{"id":379,"date":"2013-09-11T00:05:54","date_gmt":"2013-09-10T22:05:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tosse.info\/?p=379"},"modified":"2013-10-07T22:04:17","modified_gmt":"2013-10-07T20:04:17","slug":"rolling-stones-stranded","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.tosse.info\/?p=379","title":{"rendered":"Rolling Stones stranded"},"content":{"rendered":"<p>Sind viel rum gekommen <a class=\"thickbox\" id=\"set-post-thumbnail\" title=\"Beitragsbild festlegen\" href=\"http:\/\/www.tosse.info\/wp-admin\/media-upload.php?post_id=379&amp;type=image&amp;TB_iframe=1\"><img loading=\"lazy\" class=\"attachment-post-thumbnail alignleft\" alt=\"Nr. 1 076\" src=\"http:\/\/www.tosse.info\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Nr.-1-076-448x288.jpg\" width=\"266\" height=\"171\" \/><\/a>die Jungs, na ja, alten Herren. Die Biographien von Keith und Mick, letztere sowohl nach Marc Spitz als auch Philipp Norman, belegen das, ebenso der sch\u00f6ne Bildband von Prestel, 50 Jahre Rolling Stones. Aber hier waren sie noch nicht, zumindest nicht alle: in L\u00fcchow, 13000 Seelen-St\u00e4dtchen und bekannt f\u00fcr Atomm\u00fcll-Endlagerung.<br \/>\nEine ganz andere Art von Endlagerung hat hier der Stones-Fan Uli Schr\u00f6der begr\u00fcndet. N\u00e4mlich das erste (und einzige) Rolling Stones Museum weltweit. Nun f\u00fchlen sich die alten Herren selbst noch keineswegs museumsreif.<br \/>\nGanz im Gegenteil: F\u00fcr 2014 haben die inzwischen Siebzigjahrigen eine Europatournee geplant, die sich gewaschen haben soll. Was zum Teufel stellt Uli Schr\u00f6der in den inzwischen neuen Museumsr\u00e4umen eines fr\u00fcheren Supermarktes denn eigentlich aus? Prunkst\u00fcck der Sammlung ist ein Snooker Billard Table, den der gute Keith sich angeblich auf jeder Tournee hat nachtragen lassen. Dann folgen reihenweise zweitklassige Gitarren, einem oder mehreren Stones zum Signieren hingehalten. Keine davon haben sie wohl wirklich benutzt. Eine Reihe goldener Schallplatten. Etwas B\u00fchnengarderobe. Merchandising-Artikel aus einem halben Jahrhundert. Zeitgen\u00f6ssische M\u00f6bel, die an die schummrig verdunkelten Wohnzimmer der Eltern erinnern, in denen man seine Parties feiern durfte&#8230;<br \/>\nWho the Fuck is Mick Jagger? Hier werden wir es nicht erfahren. Hier stehen wir vor Erinnerungsst\u00fccken, die einer oder mehreren Generationen Jugend bedeutet haben. Wir waten in dem lebenslang gehorteten Strandgut, das von einer allzu kommerziell gewordenen Popkultur angeschwemmt wurde. Keine Atmosph\u00e4re, die sich ebenso z\u00e4h gegen die Zumutungen des Altwerdens und seiner Staubschichten auflehnt, wie die groovenden Gruftis selbst, keine M\u00e4dchen und keine Drogen.<br \/>\nStattdessen gibt es die Gelegenheit, Ronnie Wood etwas n\u00e4her kennen zu lernen. Eine Begegnung der dritten Art, die vielleicht das verst\u00e4rkte Kitschbed\u00fcrfnis einiger starverliebter Teenies erf\u00fcllen kann: Uli Schr\u00f6der arbeitet als Galerist und stellt hier die gr\u00f6\u00dfte Sammlung von Bildern aus, die Ronnie Wood in verschiedenen Techniken und Formaten angefertigt hat.<br \/>\nLebenden Legenden, deren Verdienst es ist, auf vorbildliche Weise dem Verstaubungsprozess zu trotzen, ein Museum einzurichten, muss wohl eigentlich deren Zielen widersprechen. Aber hier geht es eben weniger um die Rolling Stones, als um die Gischtwelle von Fanartikeln, die auf dem Meer der Begeisterung ans Ufer gesp\u00fclt worden sind. In New York, in London, aber eben auch in L\u00fcchow oder Wanne-Eickel. Hier wird dokumentiert, welche kleinen, unbedeutenden Dinge pl\u00f6tzlich eine gro\u00dfe Rolle spielen, wenn der kritische Konsument zum Fan(atiker) wird. Deshalb erinnert das Museum so verd\u00e4chtig an ein Vereinsheim eines beliebigen Fussballclubs. Mit den Troph\u00e4en an der Wand, die vielleicht der Papa oder Gro\u00dfpapa einmal eingesammelt haben&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sind viel rum gekommen die Jungs, na ja, alten Herren. Die Biographien von Keith und Mick, letztere sowohl nach Marc Spitz als auch Philipp Norman, belegen das, ebenso der sch\u00f6ne Bildband von Prestel, 50 Jahre Rolling Stones. 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