Neue Literaturformen

Gaddis lässt Wortkaskaden – innere Monologe seiner Protagonisten, das ungebremste Alltagsgeschwätz von Durchschnittsmenschen, das weiße Rauschen auf Parties, Veranstaltungen, Versammlungen – wie Muzak aus seinen Romanen strömen.

Warum nicht einen Roman schreiben mit dem Titel Content? Aus dem Internet kopierte Inhalte, nach Regeln der Kunst in Form gesetzt, für den geduldigen Leser eine Achterbahnfahrt, auf der er seine Brille verliert, den Durchblick. These: Detailinformation – heute wohlfeil und eine wichtige Grundlage arrivierter Massenliteratur – ist Müll, wenn nicht ein selbstbestimmtes Interesse den Zugang eröffnet.

Gelesen: Karl Ignaz Hennetmair – Ein Jahr mit Thomas Bernhard

Wunderbar – man beobachtet ein Jahr lang Hennetmairs Interaktionen mit Thomas Bernhard wie in einem Aquarium. Man erkennt Zusammenhänge zwischen dem täglichen Leben und einzelnen Werken. Der Stoff, aus dem die Träume sind, liegt in der unmittelbaren Nachbarschaft. Ebenso wie die Protagonisten seiner Werke, die samt und sonders Züge der Persönlichkeit Bernhards verdichten. Seine Sicht der Dinge wird in seinen Werken lediglich wie durch ein Brennglas verstärkt. Dennoch bleibt es ein Geheimnis, wie man im stillen Kämmerlein Werke von klassischer Form und Größe schaffen kann. Muss unbedingt nach Ohlsdorf, Gmunden, will die Handlungsorte sehen!

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Anfang

Alkohol, so zu lesen im Focus dieser Woche, befördert die Kreativität. Stellvertretend für Legionen Kreativer wird Baudelaire genannt, der im Suff viele böse Blumen gezüchtet hat. Doch wieviel geschmeidiger, goldiger, flüssiger ergießt sich der erste Schluck in meine Kehle, als der erste Satz in diesen Blog – der, verdammt nochmal, doch irgendwie anfangen muss. Am Anfang war das Wort und das erste Wort war – Alkohol.